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Swantje Sperling soll für die Grünen in den Landtag

Ein Grüner, der geblieben ist

Edgar Schwarz für 30 Jahre im Schwaikheimer Gemeinderat geehrt

 

Schwaikheim (usp).
Dass ein Grüner mal dafür geehrt wird, dass er 30 Jahre im Gemeinderat ist, das hätte er sich selbst 1986 wohl nicht vorstellen können. Doch so ist es gekommen und so hat Edgar Schwarz vom Gemeindetag eine Stele, eine Ehrennadel und eine Urkunde als Auszeichnung erhalten, überreicht in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats durch Bürgermeister Gerhard Häuser.

An die „Unwahrscheinlichkeit“ dieser runden Zahl für einen Mandatsträger der Grünen erinnerte launig Fraktionskollegin Ingrid Boegler. Wem’s nicht mehr geläufig ist: Diese Partei, die mittlerweile einen Ministerpräsidenten im einst rabenschwarzen Ländle und einen OB in der Autohauptstadt der Republik stellt, hatte sich einst „Basisdemokratie“ und „Rotation“ ihrer Gewählten auf die Fahne geschrieben.
Schwarz war in den 80ern Mitbegründer der Ortsgruppe, stand als einer von sechs Kandidaten auf der ersten grünen Liste für die Gemeinderatswahl 1984. 1986 rückte er ins Gremium nach und wurde seither ununterbrochen sechsmal ins Gremium gewählt. Auch im Kreistag war er Nachrücker, von 2002 bis 2004, nachdem er diesem bereits von 1989 bis 1999 angehört hatte.

 

Auch Schwarz erinnerte anlässlich der Ehrung an die Zeit, als es in Schwaikheim noch Gemeinderäte „erster und zweiter Klasse“ gegeben habe. Es für die Grünen nämlich keinen Sitz in den beiden Ausschüssen gab, bis Kurt Vollmer, FDP-FW, mit einem Antrag für eine Vergrößerung erfolgreich war und dafür sorgte, dass ausgerechnet der spätere „Konkurrent“ um den „dritten Platz“ im Gremium – was Vollmer aber wahrscheinlich nicht ahnte und ihm wohl egal gewesen wäre – auch in den Ausschüssen vertreten war. Er verhalf den damals beiden Grünen außerdem zum Fraktionsstatus, so dass sie auch im Ältestenrat mitreden konnten. 1999 ging es allerdings auf ein Mandat zurück und es wurde eine Fraktionsgemeinschaft mit der SPD gebildet, ehe 2004 wieder zwei Grüne gewählt wurden, 2009 gar drei und das 2014 erneut.

 

Schwarz erinnerte ebenfalls launig noch an etwas anderes: Er blieb, während „die Damen an meiner Seite“, im Gremium, versteht sich, wechselten. Den „ewigen“ Grünen“-Mann zeichnen ein hintergründiger Humor und eine gewisse Beharrlichkeit aus, oder um es in Ingrid Boeglers Worten zu sagen, er ist „schwierig zu überzeugen“, was schon mal zu unterschiedlichem Abstimmungsverhalten in der Fraktion führt.

 

Verdienste für die Gemeinde hat er sich nicht zuletzt erworben, als er als stellvertretender Bürgermeister, unterstützt von der Verwaltung und in Vertretung von Bürgermeister Gerhard Häuser, der wegen seiner Aufsichtsratsfunktion befangen war, mit der Kreisbaugesellschaft Waiblingen das Investitionsvorhaben in der Ortsmitte verhandelte. Eine Tätigkeit im Ehrenamt, die ihn sehr beanspruchte, und eine Herausforderung, die er, wie Häuser ausdrücklich lobte, gut meisterte. Dem Drängen des Langläufers Schwarz ist die Querungshilfe an der alten B 14 zu verdanken. Seinen beruflichen Sachverstand hat er jüngst wiedereingebracht, als es um die Anschaffung von Tablets im Gremium und damit die weitgehende Abschaffung der papiernen Beratungsunterlagen ging. Einen Grünen freut jeder Baum, der dafür nicht geopfert wird.

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