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Kreisverband Rems-Murr Die Grünen im Rems-Murr-Kreis

Erste Grünen-Kandidatin für Berlin

Schwäbisch Gmünd / Gschwend. Die gebürtige Stuttgarterin Sturm, alleinerziehende Mutter zweier Töchter, ist seit 1994 Mitglied der Grünen. Sie ist die erste Frau, die im Wahlkreis Gmünd-Backnang für die Grünen antritt. Ausschlaggabend für ihre Mitgliedschaft bei den Grünen war eine Ampel, die kurz nach ihrem Umzug vor ihr Haus, vors Kinderzimmer ihrer Tochter, platziert worden war. Das Anhalten und Losfahren hat sie geärgert. Daraus ist einer ihrer Schwerpunkte geworden: Verkehrspolitik. So lehnt sie beispielsweise Stuttgart 21 ab, weil dieses Projekt „Gelder verschlingt, die an anderer Stelle gebraucht werden“. Solche Stellen findet Sturm im Sozialen. Beim Arbeitslosengeld II beispielsweise. Als dieses entschieden worden ist, hätte sie den Grünen beinahe den Rücken gekehrt. Doch die Backnanger Stadträtin hat sich stattdessen entschieden, sich in einer Kommission für Grundeinkommen zu engagieren. „Junge Menschen nicht vor der Tür stehen zu lassen“, ist ihr ein weiteres Anliegen. Sie meint damit insbesondere Hauptschüler, die Ausbildungs- und Arbeitsplätze brauchen.

Vor Sturms einstimmiger Nominierung berichtete der Grünen-Landesvorsitzende Daniel Mouratidis, den Sturm nach eigenem Bekunden zu den Grünen gebracht hat, aus der Landespolitik. Neben der Finanzkrise als „Beginn einer tiefgreifenden Veränderung des Automobillandes Baden-Württemberg zu einem ökologischen Hi-Tech-Standort“, die die Grünen vorantreiben wollen, kritisierte Mouratidis – wie auch Gmünds Grünen-Chef Alexander Schenk – deutlich das Verhalten der Landes-SPD nach dem Amoklauf von Winnenden. Diese habe mit ihrer Kritik an Innenminister Heribert Rech nach der Ermittlungsspanne „nicht glücklich agiert“ – Schenk nannte dies eine „unangebrachte Oppositionspolitik“. Marschroute der Grünen sei, sagte Mouratidis, „keine schnellen Antworten haben und geben“, „Reflexion statt Reflex“. Man müsse erst die Opfer und die Trauer im Blick haben und dann erst nachdenken, was zu tun sei. Die Grünen werden nun eine fünfköpfige Gruppe gründen, unter anderem mit Mouratidis und der Grünen-Bildungsexpertin Renate Rastätter, die gemeinsam „überlegen wollen, was man tun kann“.

 


Quelle: Gmünder Tagespost - Michael Länge